29. März 2008

Vom Wiegen wird die Sau nicht fetter


Drei Geschichten, über die ich schon lange schreiben wollte. Sie sind allesamt wahr und haben mir schwerste Lachkrämpfe beschert. Namen der Betroffenen wurden geändert.


1 – Der Ski-Unfall

Peter und Jens bekommen zu Weihnachten Ski geschenkt. Da sie in der Stadt wohnen und dummerweise auch noch im Flachland, heißt es Nerven zu behalten, denn kein Schnee weit und breit. Der Frust steigt mit den Temperaturen, als es April wird steht fest: Der Weihnachtsmann hat das Falsche gebracht. Doch da haben die beiden Halbwüchsigen eine Idee. Man könnte ja auch im Treppenflur mit den Skiern die Treppen runter fahren. Und da der Absatz zum Bürgersteig auch ganz ordentlich ist, darf man sich dabei ein bisschen wie ein kleiner Skispringer vorkommen. Gesagt getan. Jens steht Schmiere auf dem Bürgersteig, Peter brettert die Treppen runter und landet sauber auf dem Bürgersteig. Dann ist Jens an der Reihe. Auch prima. So geht das eine Weile. Der Übermut steigt. Jens passt nicht genau auf, Peter schnellt aus dem Hausflur und Zack – springt eine vorbeilaufende Oma über den Haufen. Schlimme Sache. Beinbruch für die Oma, ab ins Krankenhaus. Jetzt hagelt es Kopfnüsse von den Papas und Schimpfe von den Mamas. Mit gesenkten Köpfen und dickem Blumenstrauß bewaffnet schleichen die reuigen Sünder gen Krankenhaus, um sich bei der Oma zu entschuldigen. Dort finden sie die Oma aber nicht. Sie ist schon verlegt worden. In die Psychiatrie. Denn sie behauptet steif und fest, sie sie von einem Skifahrer auf dem Bürgersteig über den Haufen gefahren worden.

2 - Der Assi mit dem Telefon

Die Nacht war kurz, denn schon früh am Morgen schellt das Telefon. Am anderen Ende der Leitung: Die Polizei. "Wir haben gerade einen Mann aus ihrem Kofferraum befreit." Moment, wie bitte? Gestern hatte Thomas sein Auto doch noch ordnungsgemäß am Bahnhof geparkt. Okay, der Kofferraum war nicht verschlossen, verdammt nochmal, er ist nie verschlossen. Eine alte Karre eben. Doch für Hans B., volltrunken, obdachlos und frierend durch die Nacht irrend, spielt das keine Rolle. Klappe auf, Assi rein, Klappe zu. Endlich schlafen. Die Ernüchterung am nächsten Morgen. Selbst nicht abgeschlossene Kofferräume lassen sich von innen nicht öffnen. Zum Glück funktioniert der Notruf auch ohne Handyguthaben. "Hallo, ist das die Polizei? Ich liege hier in einem Kofferraum in einem Auto am Bahnhof. Können sie mir helfen?" Der Rest ist Geschichte. Ich frage mich nur, was passiert, wenn der Typ kein Handy gehabt hätte. Stell dir vor, du fährst mit dem Auto los und plötzlich klopft es aus dem Kofferraum. Oder noch schlimmer. Der Typ stirbt dir im Kofferraum weg. Erklär das mal den Bullen bei der Verkehrskontrolle, wie du zu der Leiche gekommen bist.

3 - Media Markt Olé

Leipzig, Mediamarkt. Familie Müller aus Düsseldorf ist zu Besuch. Elektronikmarkt-Neueröffnung. Das müssen alle mit, auch Dackel Fiffi. Die Schnäppchen sind Klasse, das Gedränge gigantisch und das wird vor allem einem zu viel. Fiffi. Fällt doch glatt um und ist tot. Eine Riesentragödie. Was tun. Der nette Herr Lehmann vom Mediamarkt besorgt den Müllers einen großen Karton. Fiffi rein und zurück zum Auto, da kann Fiffi solange warten. Der hat ja jetzt ewig Zeit. Shopping abblasen, nur weil der Hund tot ist? Nicht mit den Müllers. Nach ein paar Stunden kehrt man mit der Shoppingbeute zurück zum Auto. Der nächste Schock. Scheibe eingeschlagen. Kiste weg. Samt Fiffi. Da dämmert es den Müllers, dass es vielleicht doch nicht so eine gute Idee war, ihren Schatz in einem Sony-Pappkarton gut sichtbar im Auto aufzubewahren. Ich muss die ganze Zeit an die Dieb denken, wie er total bescheuert in den Karton glotzt und statt hochwertiger Elektronik einen toten Dackel findet.

1 Kommentare:

Torben hat gesagt…

Also die Media Markt Story ist eigentlich am lustigsten, die anderen beiden doch auch teilweise einfach traurig. Aber da sieht man mal, dass der Service in den roten Riesendiscountern doch nicht so schlecht ist, wie immer alle sagen. Selbst im Schnäppchengedränge findet sich noch ein Mitarbeiter, der einem einen provisorischen Hundesarg bringt. Ob dafür wohl ein anderer Kunde auf Beratung verzichten musste?!