1. August 2012

Der Führer macht Wein!





Um meine dröge vor sich hin migränende Sommerparty ein wenig in Schwung zu bringen, servierte ich neulich kurz vor Mitternacht eine Flasche "Führerwein". Ich finde, auf Partys wird ohnehin viel zu wenig über Politik gelabert, Zeit genug für eine Steilvorlage. Einige meiner Gäste fanden das allerdings weniger lustig, drohten mir Prügel an, verließen fluchtartig mein Haus und haben mich vermutlich auch aus ihrem Handy gelöscht. Kurz: ich bin so was von am Arsch, und das nur wegen einer guten Flasche Wein. 

Angefangen hatte alles vor wenigen Jahren. Auf einer Autobahnraststätte in Italien entdeckte ich zu meiner Verblüffung das Konterfei des GröFaZ auf diversen Weinflaschen. Holla die Waldfee. Der Führer macht Wein? Meine letzte Schlacht mit dem Führer lag viele Jahre zurück.
Als Jungpionier hatte auf dem Dachboden meiner Uroma ein Briefmarkenalbum gefunden, in dem sich eine stattliche Sammlung Adolf-Hitler-Briefmarken befand. Das gesamte Prismenspektrum an Farben, Hitler in Rot, Hitler in Orange, Hitler in Blau. Der Ideal-Standard-Nazi von heute würde angesichts dieser Farben- und Bartpracht sofort in Ebay-Kampfstellung verharren. Doch nix da! 1982 gab es kein Ebay, schon gar nicht in der DDR. Mein Vater lobte allerdings die herrrlichen Briefmarken für meinen Geschmack etwas zu oft, so dass ich eines Tages sämtliche Führermarken aus dem Album herausnahm und so was von zerknüllte und kaputt machte. Der Führer starb den mehrfachen Briefmarkentod. So war das eben.

Zugegeben, es war ein schäbiges Gefühl, mit einer Flasche Führerwein an der Kasse anzustehen. Immerhin: Ich hielt sie in der linken Hand! Trotzdem konnte ich der Kassiererin nicht in die Augen schauen: ich schämte mich. Außerdem trug sie eine Sonnenbrille. Zu Hause angekommen überraschte es mich nicht zu erfahren, dass sich auch der Verfassungsschutz schon ausgiebig mit der Thematik befasst hatte. Auf der Webseite des ARD-Magazins Kontraste ist bezüglich des Führerweins nachzulesen, Zitat Verfassungsschutz: "„…werden als Bestandteil einer angestrebten „Gegenkultur“ begriffen und sollen die politische Identität der Nutzer zum Ausdruck bringen.“ Winzer Andrea Lunardelli, der vor Jahren die Idee hatte, seine Weine mit Köpfen historischer Persönlichkeiten zu schmücken (ebenfalls erhältlich sind Weine von Mao, Ché, Napoleon. Marx) kommentierte die Entscheidung eines italienischen Gerichtes, dass es sich beim Vertrieb des Wein nicht um eine Straftat handelt, wie folgt: „Die Begründung des Gerichts war, dass es keine Straftat sei, Weinflaschen mit Fotos von historischen Persönlichkeiten zu verkaufen, denn wir betreiben ja keine Propaganda.“ Das italienische Justizministerium hat den Fall jedenfalls ad acta gelegt und will sich mit dem Fall nicht weiter befassen, auch wenn Deutschland natürlich weiter am Ball bleibt und nun auf EU-Ebene vorgehen will. Sprich, alles bleibt wie es ist. Prost!

8. November 2011

!


"Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent
sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent positiv
waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß;
300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens." (aus:  Marx, Das Kapital Bd.1, S. 801, Dietz Verlag Berlin, 1961)

4. November 2011

Ab ins Lager!




Unfair: andere Bands quälen sich im Proberaum und Studio um Grandioses zu liefern, aber ebenso grandios überhört zu werden. METALLICA haben diese Sorgen nicht. Man hört ihnen immer zu, egal wie banal oder belanglos das Resultat auch sein mag. Und schlimmer: schon Monate vorher wird eine mediale Hysterie entfacht, die ich affig und zum kotzen finde.

Aber gut, ich mach es so wie viele: LULU in den Player und dann....  warten, warten, warten....

Songs? Nein.
Feedbackorgien? Ja
Kunst? Vielleicht

Kunst tarnt sich gern unter dem Mantel von Belanglosigkeit um sich zu rechtfertigen. In einen Topf kacken, eine Blume drauf malen, einen tibetanischen Gebetskreis abschreiten --- für 1000 Dollar verkaufen. Das ist ist Kunst. Wenn es Leute machen, die ihre Berühmtheit ausnutzen um ihrem übersteigerten Ego noch eine Aloa-Vera-Gesichtspackung zu gönnen.

Gut, dass Udo Lindenberg mit Eierlikör malt ist vielleicht noch lustig.

Aber, wenn ich die Minuten zusammenrechne, die Hunderttausende verplempert haben, um sich diesen Schrott schön zu hören.

Ich versteh sogar Danko Jones, wenn er seine Sammlung deswegen verkaufen will. Eigentlich dachte ich, was für ein Arsch, halt mal den Ball flach. Aber er hat Recht. Es geht nicht um das, was man geleistet hat, sondern um das, was man ist.

METALLICA beweisen weder songschreiberisches Talent (ich möchte sogar behaupten, diese Platte ist nahezu talentfrei), noch irgendein Gespür für die Koopertion mit einem fremden Genre.

Ebenso wie S&M ist auch die Jam-Session mit Lou Reed ein Fanal des Unvermögens. Gut, Lou Reed, sein wir ehrlich, ist so etwas wie der Sieger vom B-Finale bei der Olympiade. Aber Johnny Cash und Bob Dylan sind entweder tot oder zu stolz für so einen Rip Off.

Martin Sonneborn (Titanic) antwortete unlängst auf die Aufforderung:
"Schaffen Sie uns Ullrich Wickert vom Hals, wenn Sie die Macht ergriffen haben. Lassen Sie ihn ausstopfen, setzen Sie ihm eine Pappkrone auf, streichen Sie ihn bunt an"

höchst eloquent:

"Nein, Ulrich Wickert kommt ganz normal in ein Lager."


So seh ich das auch. Lagerhaft für METALLICA, LOU REED und den Produzenten. Und die Promofotzen dazu. Bei Wasser und Brot und täglich "LULU"








PS: Jetzt verstehe ich Leute, die illegal downloaden!

3. Februar 2010

100 Tage schwarz-gelb

Herzlichen Glückwunsch. Prima. Die besten Regierung aller Zeiten. So
kompetent, so zielstrebig. Fachpersonal, Multitalente, einfach die
Besten der Besten der Besten für Deutschland. Was haben wir für ein
Glück, so eine tolle Regierung zu haben.

Das Geld ist futsch

sehr interessante Grafik, der die Dimensionen der internationalen Geldvernichtung gut visualisiert

http://zelos.zeit.de/wissen/2010-02/34-infografik-2-finanzkrise.pdf